Viele moderne Drucker versehen ihre Ausdrucke mit digitalen Wasserzeichen, die als Machine Identification Code (kurz: MIC) bezeichnet werden. Mit diesen Kennzeichnungen können Dokumente auf ihren Ersteller zurückverfolgt werden, was vor allem im Hinblick auf die Kriminaltechnologie von Vorteil sein kann. Andererseits beeinträchtigt sie aber auch die Privatsphäre der Menschen. Aber wie funktioniert ein MIC eigentlich und welchen Nutzen haben diese gelben Punkte?

Was genau versteht man unter Machine Identification Code?

Ein Machine Identification Code besteht im Wesentlichen aus einem Punktraster aus gelben Punkten, auch "Yellow Dots" genannt, welches sich über den gesamten Ausdruck eines Dokuments verteilt. Die Punkte werden in einem Abstand von etwa einem Millimeter automatisch und ohne Zutun des Nutzers auf dem Dokument platziert und besitzen einen Durchmesser von einem Zehntel Millimeter. Durch diese geringe Größe und deren hellen Farbe kann das menschliche Auge die Punkte in der Regel nicht erfassen, sodass sie meist nur dann wahrgenommen werden, wenn ein Nutzer gezielt danach Ausschau hält.

Für welche Zwecke und wird diese Technik verwendet?

Aus der Anordnung der gelben Punkte auf einem Dokument lassen sich mehrere relevante Informationen entnehmen. So geben sie beispielsweise Aufschluss darüber an welchem Datum und zu welcher Uhrzeit der Ausdruck erstellt wurde oder welche Seriennummer der Drucker besitzt, der verwendet wurde. Selbst wenn es zu einer Beschädigung an dem Dokument kommt und nur noch Teilstücke des Ausdrucks vorhanden sind, erlaubt die große Menge der aufgebrachten Punkte meist noch eine problemlose Identifikation. Erst vor einiger Zeit führten die Yellow Dots dazu, dass in den USA ein Whistleblower der NSA verhaftet wurde, weil auf veröffentlichten Dokumenten mithilfe des MIC die Identität der Whistleblowerin enttarnt werden konnte.

Wie genau funktioniert die technische Realisierung und wie werden die Punkte sichtbar gemacht?

Damit die gelben Punkten auf einem Ausdruck sichtbar werden, um so eine Rückverfolgung zu ermöglichen, wird die Farbseite oder auch nur ein Ausschnitt aus der Dokumentenwarteschlange digital von einem hochauflösenden Scanner erfasst. Um die Farbdruckermarkierungen für das menschliche Auge sichtbar zu machen, wird der gelbe Farbkanal anschließend mit einem Grafikprogramm intensiviert. Mit einer Lupe und ausreichend Beleuchtung kann sodann das Dokument analysiert werden. Auch unter ultraviolettem Licht sind die gelben Punkte gut zu erkennen. Das steganografische Verfahren macht es möglich, dass auch teilzerstörte Objekte wiederhergestellt werden können. Der MIC ist damit ein besonders wichtiges Hilfsmittel für Kriminologen, um gegen Straftäter und Kriminelle zu ermitteln. Allerdings greift er zugleich auch massiv in die Privatsphäre der Nutzer ein, denn diese wissen in den meisten Fällen nichts von den entsprechenden Markierungen.

Welche Probleme können dadurch für die Privatsphäre entstehen und wie kann man sich vor der Identifikation schützen?

Grundsätzlich kommen die gelben Punkte auf fast allen Ausdrucken eines Druckers vor und sind vollkommen unabhängig von den Druckerpatronen diverser Hersteller oder dem Druckermodell. Mit der Methode können also auch die Ersteller sensibler Dokumente zurückverfolgt werden, was vor allem bei Arztbriefen, Steuererklärungen, Kontoauszügen oder Firmenbilanzen problematisch sein kann. Die Codes werden zudem nicht von den Herstellern bekannt gegeben, sodass zahlreiche Menschen Dokumente erstellen, die mit versteckten Signaturen versehen sind. Auch wenn sich in den meisten Bedienungsanleitungen keine Hinweise zum MIC finden lassen, verbauen diverse Hersteller diese Technik mittlerweile standardmäßig. Um zu verhindern, dass Dokumente nahtlos zurückverfolgt werden können, sollten Nutzer den Drucker nicht auf den eigenen Namen registrieren. Zudem ist es ratsam, besonders sensible Dokumente ausschließlich mit einem Alternativgerät zu erstellen. Hier eignet sich ein Schwarz-Weiß-Drucker bestens.

Zusammenfassung und Schlussbemerkung

In der Gesamtbetrachtung zeigt sich, dass es sich beim Machine Identification Code um ein zweischneidiges Schwert handelt, was ein echtes Skandalpotenzial aufweist. Zwar erleichtert die Technik die Arbeit im Zusammenhang mit Terrorismus oder Hacker-Attacken, die Markierung stellt aber auch gleichzeitig einen massiven Eingriff in die Privatsphäre des Nutzers dar.