Mobile Tools und Tipps

Ist es besser, eine Mobile-Website oder eine App einzurichten?

So gut wie jede Website passt sich heutzutage an den kleinen Bildschirm eines Smartphones an. Weltweit wird durchschnittlich mehr als 2 Mal so viel Zeit am Smartphone wie auf einem Desktop-Computer verbracht, so eine Studie von comScore vom Dezember 2017. Reicht es aber, eine Mobile-Website zu haben, die sich dem Bildschirm anpasst? Oder ist es für Kunden/Nutzer praktischer, eine App zu verwenden? Was sind die Vor- und Nachteile und wie gehen andere Unternehmen mit dem Problem um?

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Vor- und Nachteile einer App

Eine App ist ein Erlebnis

Eine App ist etwas ganz anderes als eine Website für Mobilgeräte. Sie ermöglicht es einem Unternehmen, seinen Kunden ein wahres Erlebnis zu bieten! Nutzer, die sich eine App herunterladen, erhoffen sich eine persönliche Plattform, mit der sie oft interagieren und die sie gerne verwenden. Egal, ob es sich um eine Spiele- oder eine Gartenpflege-App handelt. Das erhöht andererseits aber auch den Druck auf Unternehmen beim Entwickeln einer App.

Appstore/Google Play

Apps sind im Appstore/auf Google Play zu finden und das bringt zusätzliche Werbung für das Unternehmen. Zum einen kann es moderner und sogar professioneller wirken, wenn eine App auf diesen Plattformen gefunden werden kann. Zum anderen können Apps als Vorschläge auftauchen und Nutzer darauf aufmerksam machen.

Apps zu entwickeln muss ebenfalls nicht schwer sein

So wie Mobile-Websites durch Baukasten-Systeme erstellt werden können, gibt es auch für Apps ähnliche Lösungen. Es gibt eine Reihe von verschiedenen App-Baukasten, die teilweise sehr einfach zu bedienen sind. Dennoch muss man sich dabei auf einen Drittanbieter verlassen und hat weniger Kontrolle, wenn technische Schwierigkeiten auftreten.

Apps UND Mobile-Website?

Unternehmen, die ausschließlich im Internet vertreten sind, ziehen es oft vor, zusätzlich zu einer Mobile-Website auch eine App anzubieten, damit Kunden eine größere Auswahl haben. Der Abonnement-Service Audible beispielsweise, der Hörbücher anbietet, wird vor allem als App angeboten, auch wenn eine Mobile-Website verfügbar ist. Durch die App können Hörbücher schnell und einfach angehört werden und Nutzer können leichter auf sie zugreifen. Ähnlich ist es beim Spiele-Anbieter Betway, der eine übersichtliche Mobile-Website und auch eine App anbietet. Das hat zum einen praktische Gründe, da hunderte von Casinospielen, Sportwetten, sowie Live-Spiele angeboten werden, die in einer App leichter geladen werden können. Zum anderen fühlen sich viele Nutzer bei einer App sicherer – vor allem, wenn es um hohe Geldsummen geht, die auf dem Konto der Website gespeichert werden.

App OHNE Mobile-Website?

Andere Unternehmen bieten nur eine App und überhaupt keine Website für ihre Hauptfunktionen an. Ein solches Geschäftsmodell hat beispielsweise Instagram: Instagram ist mit etwa einer Milliarde Nutzern eine der beliebtesten Social-Media-Plattformen der Welt. Das Unternehmen setzt auf den hohen Anteil der Smartphone-Nutzer und schöpft dies für sich aus. Auch viele Software-Anbieter bieten ihre Dienste oft nur als App an. Die Software von Adobe, die u. a. von Grafikdesignern oder Filmemachern verwendet wird, kann neben einer Desktop App nur als App auf Mobilgeräten verwendet werden.

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Vor- und Nachteile einer Mobile-Website

Kosten

Es ist normal geworden, dass fast jedes mittelgroße bis große Unternehmen eine App anbietet. Von der AOK Gesundheitskasse bis hin zum BUNTE Magazin gibt es eine breite Auswahl. Dennoch ist es in vielen Fällen nicht nötig, die Kosten für die ständige Überwachung einer App aufzubringen. Weist eine App nämlich technische Fehler auf, führt das schnell zu einer Reihe von Beschwerden im Appstore oder auf Google Play und kann sich negativ auf das Firmen-Image auswirken.

Eine sogenannte Responsive Website, also eine Website, die sich Mobilgeräten anpasst, ist oft viel kostengünstiger, da sie oft im Preis des Webdesigns enthalten ist. Wird eine App hingegen von Grund auf neu entwickelt, kann das oft kompliziert und teuer sein.

iOS und Android

Ein weiterer Vorteil einer Website ist, dass sie sowohl für iOS- als auch für Android-Nutzer verwendet werden kann. Sie muss auch nicht bei Appstores angemeldet und angepasst werden, wie das bei Apps der Fall ist, sondern kann einfach mittels einer Domain und Webhosting veröffentlicht werden.

Nachteile einer Mobile-Website

Trotzdem gibt es leider auch viele Nachteile. Auch wenn Unternehmen wie IKEA und Dienste wie Wikipedia hochwertige Websites anbieten, kann es sehr aufwendig sein, den gesamten Inhalt einer Website übersichtlich auf einem so kleinen Bildschirm darzustellen. Ein Design, das nicht gut durchdacht ist, kann zu Leistungsstörungen und einem unübersichtlichem Layout führen. Ist eine Website schwer zu lesen, dauert es normalerweise nur wenige Sekunden, bis ein Nutzer die Website verlässt. Es ist außerdem offline kein Zugriff auf die Website möglich, was Nutzern mit schlechter Internetverbindung den Zugriff zusätzlich erschwert.

Beispiele gelungener Mobile-Websites

Die IKEA-Website schafft es mit Hilfe von übersichtlichen und gut nutzbaren Menüpunkten (“Produktbeschreibung”, “Pflegeanleitung”, usw.) und Bildern, die mühelos gewischt werden können, ihre Mobile-Website sehr ansprechend zu gestalten. Im Jahr 2017 besuchten 2,3 Milliarden Menschen weltweit IKEA.com. Ein weiteres gutes Beispiel einer leicht bedienbaren Mobile-Website ist die Website von Wikipedia, die es schafft, eine große Menge von Text in leicht lesbare Abschnitte zu unterteilen. Von Anfang bis Mitte August 2018 betrug die Anzahl der Besuche auf der Mobile-Website von Wikipedia etwa 57,8 %.

Welches Modell letztendlich am besten geeignet ist, hängt von den Bedürfnissen und Möglichkeiten des Unternehmens ab. Eine App bringt viele Vorteile, ist aber auch eine Investition. Funktioniert sie nicht gut, kann dies Nutzer irritieren. So ist es eine Entscheidung, die jedes Unternehmen und jede Website vorsichtig abwägen sollte.

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