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Schutz vor zunehmender Cyberkriminalität bei Facebook

Facebook wird bei Cyberkriminellen nach wie vor immer beliebter und ist mittlerweile auf den ersten drei Plätzen bei Identitäts- und Passwortdiebstähle zu finden. Zwei Faktoren machen das soziale Netzwerk dabei besonders attraktiv – die hohe Anzahl der Nutzer und die Sicherheit, auf die Gutgläubigkeit einiger dieser Nutzer bauen zu können. Attacken folgen auf den unterschiedlichsten Wegen und auch in einer Vielzahl von Sprachen, wie neuere Untersuchungen des Sicherheits-Unternehmens Kaspersky erwiesen haben.

facebook monster
Copyright by Flickr – dkalo

LOL, Funny Pics und ihre Freunde

Erst kürzlich erhielten einige Facebook-Mitglieder scheinbar harmlose Chat-Nachrichten, mit dem simplen Betreff „LOL“ und einem „photo“ oder „IMG“ titulierten zip-Anhang. Der Download dieser kleinen Datei entpuppt sich jedoch nicht als Bild, sondern vielmehr als Java-Datei, die Malware von Dropbox abruft und so das System des betroffenen Nutzers infiziert. Gerade auf Facebook, einem Netzwerk in dem soziale Bindungen im Mittelpunkt stehen, lassen sich solche Nachrichten besonders leicht an den User bringen, wiegen Chat und Inhalt doch in falscher Sicherheit.

Neben der Annäherung über solche mit Malware behafteten Nachrichten nutzen die Cyberkriminellen auch andere Wege; es werden mehr oder minder überzeugende Kopien der Facebook-Website erstellt, auf die der unwissende Nutzer per E-Mail oder Link im Web geleitet wird. Bis zum großangelegten Datenklau ist es dann nicht mehr weit. Nur einige unbedachte Einträge später und schon sind die Facebook-Daten des Nutzers in fremden Händen – und damit unter Umständen auch viele weitere persönliche Angaben. Gleiches gilt natürlich auch für andere soziale Netzwerke; Tumblr, Twitter und Co bilden da keine Ausnahme. Gemäß der Kaspersky-Untersuchung haben im ersten Quartal diesen Jahres mehr als ein Viertel der Phishing-Angriffe soziale Netzwerke als Ziel auserkoren.

Selektiver Schutz durch hauseigene Virenscanner

Seit einiger Zeit bietet Facebook in Zusammenarbeit mit den beiden Sicherheitsunternehmen Trend Micro und F-Secure gleich zwei hauseigene Viren-Scanner an. Einer der beiden nennt sich HouseCall – der Download einer kleinen Datei genügt, um den über den Browser laufenden Scanner in Betrieb zu nehmen und das System auf Schädlinge überprüfen zu lassen.

Interessant ist in diesem Kontext die Art und Weise, wie Facebook entscheidet, welche Nutzer zur Verwendung dieser Scanner ermutigt werden sollen. Denn nicht jeder erhält automatisch die Meldung, die Virenscanner auf dem System zu installieren. Vielmehr möchte sich Facebook auf User konzentrieren, deren Konten durch nicht näher definierte, „verdächtige Aktivitäten“ auffällig geworden sind. Es muss sich noch zeigen, wie sinnvolle dieses Vorgehen ist und wie effektiv die Scanner tatsächlich arbeiten.

Lieber ein wenig zu skeptisch

Mit ein paar selbstverständlichen und nicht besonders zeitintensiven Vorsichtsmaßnahmen lässt sich die persönliche Sicherheit bei Facebook recht einfach unterstützen. Anhänge in jeglicher Form sollten nie vorschnell geöffnet werden, selbst bei den eigenen Freunden kann es sich um die unwissentliche Verbreitung von Malware handeln. Eingehende E-Mails von Facebook sollten zuerst verifiziert werden, bevor Nutzer leichtfertig per Link eine Kopie der Seite aufsuchen und ihre Daten ein- und damit weitergeben.

Derselbe Rat gilt auch für den Umgang mit Facebook-Logins über externe Seiten; der Zugang zu Facebook über andere Anbieter sollte in jedem Fall vermieden werden, um wirklich auf der sicheren Seite zu sein. Beim Facebook-Login selbst sind die Überprüfung der URL und die Sicherung der Website, also „https://“, verlässliche Indikatoren für einen sicheren Zugang. Bei ausreichender Vorsicht lassen sich so die verbreitetsten Phishing-Angriffe umgehen.

Autor: David Becker von www.netzsieger.de

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Published inAllgemein

Ein Kommentar

  1. Julian Julian

    Es gibt gefühlt auch immer mehr Fakeprofile auf allen anderen Plattformen. Das swird wohl immer mehr ein Problem werden…

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